• Das Behandlungsgebiet wird immer grösser

Homöopathie in Gambia: Ausbildung und Basisversorgung (Sprechstunden)

Warum Homöopathie in Afrika?

Das westafrikanische Land Gambia ist der kleinste Staat auf dem afrikanischen Kontinent und eines der ärmsten Länder der Welt. Die Gesundheitsversorgung in Gambia ist sehr dürftig. Den Spitälern und Gesundheitszentren mangelt es an personellen wie auch an materiellen Ressourcen. Alternativen sind gefragt. Vorteile der homöopathischen Behandlung sind einerseits die positiven Reaktionen der PatientInnen und die hohe Akzeptanz der Einheimischen, andererseits die niedrigen Kosten, das Fehlen von Nebenwirkungen sowie die unkomplizierte Lagerung der Arzneimittel. Die Homöopathie scheint der Methode der traditionellen Heiler näher zu sein als die konventionelle Medizin.

Was machen wir in Gambia

Seit 2008 arbeitet ein Team von HomöopathInnen an Aufbau, Entwicklung und Unterhalt einer homöopathischen Schule. Das Angebot richtet sich an SchulabgängerInnen und Berufsleute, welche schwerpunktmässig in Homöopathie unterrichtet werden. Pro Jahr sind zwei bis vier ausgebildete Homöopathinnen aus der Schweiz bis zu 20 Wochen vor Ort, um zu unterrichten und sonstige Arbeiten für das Projekt zu erledigen. Während unserer Abwesenheit wird der Homöopathie-Unterricht von bereits ausgebildeten gambischen Homöopathinnen begleitet. Momodou Colley, ein junger gambischer Arzt, bildet die Studierenden zusätzlich in Anatomie, Physiologie, Pathologie sowie in «traditional herbal medicine» aus.
Ein weiterer Schwerpunkt unseres Projekts ist die praktische Arbeit. Wir führen ein Ambulatorium (tägliche Sprechstunden) und sogenannte Mobile Clinics, wo wir auf Anfrage verschiedene Dörfer und Quartiere besuchen und die Leute ambulant behandeln.

Wie sich das Projekt seit 2008 entwickelt hat:

Aktuelle Lage

Heute gilt es, neue StudentInnen auszuwählen. Es gibt schon konkrete InteressentInnen.
Ziel ist, im Frühling 2018 einen neuen Studiengang zu starten.

2017

Sechs StudentInnen schliessen im Mai ihre Ausbildung mit Bravour ab. Die Anforderung der Prüfungen entsprechen denjenigen eines europäischen Lehrgangs. Die Diplomfeier wird von den Medien, einem Imam, dem Dorfältesten und viel Publikum begleitet und ist ein unvergessliches Erlebnis. Vier der AbsolventInnen werden ins Projekt eingegliedert. Sie werden für einen angemessenen Lohn vier Mal pro Woche in vier verschiedenen Dörfern Mobile Clinics durchführen. Die beiden anderen StudentInnen werden mit unserer Unterstützung eine eigene Praxis aufbauen, wovon einer der beiden schon eine gute Kundschaft hat. Er ist Captain bei der Armee und behandelt dort die Soldaten. Die Gambiafriends stellen uns in Zukunft ein Haus zur Verfügung, in dem wir einen Unterrichtsraum, eine Bibliothek und einen Schlafraum mieten können. Das Ambulatorium ist auf demselben Gelände. Das Haus steht direkt neben dem neuen Grundstück von «Mama Africa», welches in seinem Neu-Aufbau schon weit fortgeschritten ist und voraussichtlich Ende 2017 eröffnet wird.

2016

Unser tägliches Behandlungsangebot im Ambulatorium wird professionell und routiniert von unseren beiden diplomierten Homöopathinnen geführt.
Die Mobile Clinics erfreuen sich grosser Beliebtheit. Es gehen immer wieder Anfragen von Dorfkomitees ein, die unsere mobilen Dienste für ihre Einwohner in Anspruch nehmen möchten. Wir können zurzeit logistisch und personell regelmässig zwei Mobile
Clinics pro Woche betreuen. Isha Fofana und Bernd Ax sind im Moment intensiv mit dem Wiederaufbau des «Mama Africa»-Kulturzentrums beschäftigt. Sie stehen uns stets mit Rat und Tat zur Seite und nehmen die operationelle Leitung des Projekts in Gambia wahr. Die Zusammenarbeit mit den Gambiafriends ist nach wie vor zentral und kooperativ.

2015

Drei Frauen und vier Männer im Alter zwischen 20 und 60 Jahren sind immer noch dabei – sie bilden ein gutes Team und wenden ihr stetig wachsendes Wissen zweimal wöchentlich in den Mobile Clinics unter Aufsicht unserer diplomierten gambischen Homöopathinnen an. Isha Fofana und Bernd Ax, unsere Partner vor Ort, bauen in Tanji ein neues Kulturzentrum auf und installieren dort das neue homöopathische Ambulatorium.

2014

Trotz einer politisch schwierigen Zeit zum Ende des vergangenen Jahres entwickelt sich unser Gambia-Projekt prächtig und eine zweistellige Zahl Studierender sind in den neuen
Ausbildungszyklus eingestiegen. Wöchentliche Kontakte für Aufgabenverteilung, Feedback und Praxisfragen mit Gabrielle Barben oder Beatrice Tillmann garantieren die Qualität der homöoparthischen Ausbildung. Wir haben das grosse Glück, Momodou Colley als neuen Lehrer in den Fächern Anatomie und Physiologie, Pathologie sowie «traditional herbal medicine» im Team zu haben. Er ist ein sehr zuverlässiger, top-ausgebildeter junger gambischer Arzt, der sieben Jahre in Moskau Medizin studiert hat und in sein Heimatland zurückgekehrt ist. Seit Anfang Jahr arbeiten unsere neu diplomierten HomöopathInnen im Ambulatorium täglich von 10–17 Uhr, um Anamnesen und Folgekonsultationen durchzuführen sowie Wunden fachgerecht zu versorgen, und erhalten dafür einen angemessenen Lohn. Ausserdem führen sie wöchentlich Mobile Clinics in einem stetig wachsenden Gebiet entlang der Atlantiküste durch.

2013

Turbulente Zeiten bringen den gewohnten Gang der Ausbildungs- und Behandlungstätigkeit kurzfristig ins Wanken: Ende August wird der ganze Landstrich, auf dem sich das Projekt entfalten konnte, von der Regierung enteignet und mit Bulldozern dem Erdboden gleichgemacht. Unterstützung unserer Partner vor Ort hat erste Priorität. Ausserdem muss ein Provisorium im Nachbardorf Batokunku gemietet werden, um den Unterricht sowie das Ambulatorium weiterführen zu können. Doch zeigt die mit medialem Aufwand begleitete Diplomfeier der drei jungen HomöopathInnen, dass die Homöopathie in Gambia dennoch weiter an Boden gewinnt. Zwei Frauen und ein Mann schliessen trotz allen Widrigkeiten Ende 2013 ihre dreijährige Ausbildung ab.

2012

In Gambia gewinnt die Homöopathie nach und nach an Boden. HMSuisse ist zuständig für die Ausbildung von medizinischem Fachpersonal und Laien sowie für die Behandlung, während unsere Partnerorganisation «Gambian and Swiss Friends» für die Infrastruktur verantwortlich ist. Zurzeit beschränken sich die Konsultationen im Ambulatorium auf einen Tag pro Woche, den Freitag, an dem um die 100 Patientinnen und Patienten versorgt werden müssen. Die Tendenz ist steigend, so dass ein ganzwöchiges Angebot und eine bessere Infrastruktur vonnöten sind.

2011

Im August gründen wir mit unseren Partnerorganisationen «Gambian and Swiss Friends» und «Mama Africa» die Homeopathic Art School. Sie umfasst eine ganzheitliche Vollzeit-Ausbildung mit Fokus auf Homöopathie und gibt dem Projekt eine neue Struktur, wobei HMSuisse für die Homöopathie verantwortlich ist. Sieben Studierende beginnen im November mit dem neuen Studiengang. Im gleichen Monat werden die ersten beiden einheimischen, in Gambia ausgebildeten Homöopathen diplomiert.

2010

Das Gambia-Projekt entwickelt sich weiterhin positiv. In diesem Jahr finden vier Einsätze der Schweizer Homöopathinnen statt. Alle StudentInnen legen eine sehr gute Zwischenprüfung ab und im Dezember startet eine neue Gruppe von Interessierten mit einem Vorbereitungskurs. Wir beginnen mit der Zusammenarbeit mit «Mama Africa, Women’s  Museum & Art Center», einem gambischen Projekt, welches von der Einheimischen Isha Fofana und ihrem deutschen Ehemann Bernd Ax geführt wird. Ihre Beratung und Mithilfe ist sehr wichtig für ein erfolgreiches, nachhaltiges Projekt. Es ist diese intensive Zusammenarbeit, die uns die Erweiterung zu einem ganzjährigen Engagement ermöglicht. Unsere neuen StudentInnen leben und arbeiten im Kulturzentrum. Wir unterrichten dort und haben eine kleine Apotheke und Bibliothek eingerichtet.

2009

Oberstes Ziel ist die Ausbildung der Leute vor Ort. Inzwischen gibt es eine Gruppe von vier StudentInnen, die sich intensiv dem Fernstudium der Homöopathie widmen. Sie werden begleitet von der neuen Ausbildungsleiterin, Gabrielle Barben. Es entsteht zudem eine Verbindung mit einem traditionellen Heiler, der im Bereich Phytotherapie mit uns zusammenarbeitet. Kontakte mit dem Gesundheitsministerium sind vorhanden. Von der Partnerorganisation «Gambian and Swiss-Friends» bekommen wir ein sicheres Auto zur Verfügung gestellt, mit dem wir die Mobile Clinic starten und regelmässig in entlegene Dörfer fahren können, um die Menschen vor Ort zu behandeln.

2008

Im kleinen Gambia ist die Homöopathie bis anhin nicht bekannt, es gibt weder ausgebildete HomöopathInnen noch homöopathische Projekte. Madeleine Lehmann, die aus privaten Gründen in Gambia weilt, stellt fest, dass die Menschen sich eine schulmedizinische Behandlung nicht leisten können und die Homöopathie grosse Hilfe bieten könnte. Sie leitet die ersten Schritte ein. Interessenten, welche die Homöopathie erlernen und selbst anwenden wollen, beginnen die Ausbildung.
Ein Konzept wird erarbeitet, welches es ermöglicht, in der zur Verfügung stehenden Zeit möglichst viele Menschen zu behandeln. Mit einer mobilen Sprechstunde soll die Homöopathie in die Dörfer zu den Menschen gebracht werden.

Wollen Sie dieses Projekt unterstützen?

Es gibt neu die Möglichkeit, für unser Gambiaprojekt eine Patenschaft zu übernehmen. Alle Paten sind wichtige Stützen und geben der Homöopathie in Gambia eine Zukunft. Mit dem Talon zum Downloaden (pdf, 115KB) können Sie sich für eine Patenschaft entscheiden.

Information zum Gambia-Projekt

Gabrielle Barben
076 547 01 00
gambia@hmsuisse.ch